Haus des Stadtkommandanten von Brandenstein

Historisches Gebäude
Station des Rundgangs "Auf Lessings Spuren"
Ludwig Heinrich von Brandenstein
1718 – 89
Hofbeamter und Stadtkommandant
Auf dem Wolfenbütteler Schlossfriedhof, zwischen Friedrich-Wilhelm-Straße und Grünem Platz, haben ihm seine Kinder ein Denkmal in Form einer Pyramide gesetzt. In der Inschrift heißt es: »Ward geboren in Oettingen d. 31. Okt. 1718, trat in seinem 13. Jahre als Edelknabe in Herzogliche Braunschw. Dienste«.

Nach Wolfenbüttel kommt der Sohn des Oettingischen Hofmeisters 1731, als Herzog Ludwig Rudolf (1671 – 1735), ein Sohn Anton Ulrichs, die Regentschaft übernimmt. Dessen Ehefrau Christine Luise, eine geb. Prinzessin zu Oettingen-Oettingen, wird als einflussreiche, vielseitig interessierte, musisch begabte Fürstin beschrieben. Ihre Menschenkenntnis ließ sie Zuverlässigkeit und Treue der Hofbeamten würdigen. So macht Brandenstein bei Herzog Carl I. Karriere, wird Rittmeister, Generalmajor und Stadtkommandant in Wolfenbüttel.

Er trägt, als die Herzöge ihre Residenz 1753/54 nach Braunschweig verlegen, als Hofbeamter die Verantwortung für die Angelegenheiten der Stadt. Zweimal heiratet Brandenstein eine Tochter aus dem Hause der Freiherrn von Lassperg; von den sechs Kindern der ersten Ehe überleben ihn nur zwei, die zweite Ehe bleibt kinderlos. In den Ausleihbüchern der Bibliothek ist Brandenstein als gelegentlicher Nutzer verzeichnet, der Reiseberichte und Fachliteratur entleiht.

Er lebt mit seiner Familie am Schlossplatz 18, dem großen Eckhaus mit altem Portal aus dem Jahre 1605. Das fest gemauerte Erdgeschoss trägt einen Fachwerkaufbau mit drei hohen Zwerchhäusern von drei Etagen und gibt mit seinen langen Fensterfronten den Blick zum Schloss, zum Zeughaus und, bis zu ihrem Abriss 1884, zur Bibliotheks-Rotunde frei.  

Ein gutes Jahr lang, von 1776 – 77 wohnt Lessing mit seiner Familie direkt gegenüber, im Meißnerhaus am Schlossplatz 2. Malchen, Lessings Stieftochter Amalie König, und Christine Charlotte Friederike von Brandenstein, die Tochter des Stadtkommandanten, sind etwa gleichaltrig. Es wird berichtet, dass zwischen den »Herzensfreundinnen« täglich Briefe ausgetauscht worden seien, deren Orthographie Lessing stets aufs Neue erstaunt habe.  

In Wolfenbüttel verarmte die Bevölkerung nach dem Umzug des Hofes; auch Hofbeamte wie Brandenstein führten ein Leben ohne Luxus: »einfach und ohne Prunk«. Am 14. April 1789 stirbt Ludwig Heinrich von Brandenstein in Wolfenbüttel.   

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